Mittwoch, 18. Januar 2017

Alex Lake - Es beginnt am siebten Tag

3 von 5 🌟 

Sehr langatmiger, an vielen Stellen kĂŒnstlich langgezogener Krimi 

Inhaltsangabe:
Erst deine Tochter und dann du… Der Albtraum einer jeden Mutter: Die fĂŒnfjĂ€hrige Anna ist verschwunden, als RechtsanwĂ€ltin Julia sie von der Schule abholen will. Wurde sie entfĂŒhrt? Ist sie tot? Sechs Tage und NĂ€chte voller Angst, sechs Tage voller SelbstvorwĂŒrfe. Am siebten Tag taucht das MĂ€dchen wieder auf. Es scheint unverletzt und hat keine Erinnerung an das, was geschah. Julia und ihr Mann Brian sind unendlich erleichtert. Bis Julia merkt, dass das Schlimmste fĂŒr sie nun erst beginnt. Denn wer auch immer ihre Tochter in der Gewalt hatte und wiedergebracht hat, will nicht das Kind vernichten …
Mein Fazit, wer auf Spannung hofft, hofft vergebens, ausgeschmĂŒckter oft erzĂ€hlte Geschichte, die auch nichts Neues aufzeigt. Wenn es ein Film wĂ€re wĂŒrde er auf Schlefaz laufen. War leider ziemlich enttĂ€uscht. Zum GlĂŒck ĂŒber NetGalley zur VerfĂŒgung gestellt bekommen. 
Die RechtsanwĂ€ltin und Mutter Julia Crowne verspĂ€tet sich ausgerechnet an dem Tag, an dem sie ihre 5-jĂ€hrige Tochter Anna von der Schule abholen soll. Als sie 30 Minuten zu spĂ€t dort ankommt ist ihre Tochter jedoch nicht mehr auffindbar, und offensichtlich entfĂŒhrt worden. Es beginnen lange Tage des Bangens und Hoffens, dass sie ihre Tochter wieder auftaucht. In diesen sechs Tage und NĂ€chten wird Julia Crowne von VorwĂŒrfen zerfressen. Sie macht sich selbst auf die Suche nach der kleinen Tochter und man bekommt dabei einen Einblick in Julias GefĂŒhle und Gedanken.
Mir persönlich war das teilweise jedoch etwas viel und weit hergeholtentstanden LĂ€ngen die nicht zwingend notwendig etwas mit der Geschichte zu tun haben. Dadurch hat das Buch leider sehr viel an Spannung eingebĂŒĂŸt.
Die Ehe mit Brian, die ohnehin kurz vor der Trennung steht, wird extremst belastet, was allerdings vorhersehbar ist gibt viele gegenseitige VorwĂŒrfe und es fallen harte Worte, die auch nicht unbedingt notwendig gewesen wĂ€ren fĂŒr die Geschichte. Die Presse hat sich auch noch auf Julia eingeschossen und die Medien geben ihr die Schuld an allem was passiert ist und stellen sie als die schlechteste Mutter der Welt dar. ZusĂ€tzlich gibt es da noch eine Schwiegermutter, die auch kein gutes Haar an ihrer Schwiegertochter lĂ€sst und sich in wirklich alles einmischt, jedoch von ihrem Sohn, der ihr schon fast hörig ist, immer wieder Zuspruch erfĂ€hrt.
Am siebten Tag taucht Anna plötzlich vollkommen gesund wieder auf und kann sich an rein gar nichts erinnern, was in den Tagen ihrer EntfĂŒhrung passiert ist. Von da an ahnt Julia, dass die Geschichte noch lange nicht zu Ende ist. Sie lebt in stĂ€ndiger Alarmbereitschaft und zusĂ€tzlich muss sie sich plötzlich mit einem unschönen Sorgerechtsstreit auseinandersetzen.
Das Buch ist aus Julias Sicht geschrieben, wodurch man auch jeden ihrer GedankengĂ€nge und Dialoge haarklein beschrieben bekommt. In meinen Augen, unnötig in die LĂ€nge gezogen, leidet also sehr mit ihr mit. Einige Kapitel sind aus der Sicht des EntfĂŒhrers, welche dem Buch doch etwas an Spannung verleiht. Von der hĂ€tte ich mir etwas mehr in dem Buch erhofft. Das wĂ€re in meinen Augen der interessantere Ansatz gewesen. Am Ende kam dann doch noch einiges an Spannung auf, jedoch wurde es leider auch noch etwas unrealistisch.
Fazit:
Die Geschichte hat einige StĂ€rken, jedoch weitaus mehr SchwĂ€chen. Man weiß recht schnell wer der EntfĂŒhrer ist und wartet auf die Auflösung. Vorher muss man sich jedoch durch einige fast schon langweilige Passagen mit eher blassen Charakteren kĂ€mpfen, wird aber mit einem doch spannungsgeladenen Ende belohnt. Trotzdem danke ich Netgalley und Harper Collins fĂŒr die Bereitstellung dieses sehr interessanten Rezensionsexemplars. Der Schreibstil war sehr klinisch auf der einen Seite und gefĂŒhlsduselig auf der Anderen. Ich bin ehrlich einige Passagen habe ich auch einfach ĂŒberblĂ€ttert.