Sonntag, 15. Januar 2017

Helen H. Durrant - Gefährlicher Irrtum

Rezension von Melanie zu "Gefährlicher Irrtum" von Helen H. Durrat

3 von 5 🌟

Klappentex

Als auf einem Spielplatz in einem heruntergekommenen Stadtteil in Nord-England abgetrennte Finger gefunden werden, wird das Ermittler-Duo Ruth Bayliss und Tom Calladine auf den Fall angesetzt. Für sie sieht alles zunächst nach einem Rachemord im Drogen-Milieu aus. Hat der Dealer Ray Fallon die Opfer töten lassen? Er selbst liegt im Krankenhaus und scheint auf den ersten Blick unschuldig. Ebenso entspricht der Tathergang nicht seinem Stil: Seine Leichen tauchen nie wieder auf. Der Leser erfährt in den Kapiteln, die aus Sicht des Killers geschrieben sind, dass hinter den Morden mehr stecken muss als reine Bandenkriminalität und der Mörder von einem klaren Ziel getrieben wird.

Meinung
Dieser Thriller lebt nicht zuletzt durch seine authentischen Charaktere, die weit mehr verbindet, als man zunächst vermutet. So sind beispielsweise Calladine und Fallon viele Jahre lang zusammen aufgewachsen, bevor sie entgegengesetzte Laufbahnen eingeschlagen haben. Diese gemeinsame Vergangenheit ist nicht nur ein Hindernis in der Karriere Calladines, sondern erschwert auch die Ermittlungen in den aktuellen Mordfällen.
Zuerst tauchen zwölf abgeschnittene Finger auf, dann der tiefgekühlte Rest in Einzelteilen von zwei getöteten Männern. Die Ermittler Tom Calladine und Ruth Bayliss übernehmen den Fall. Da die Toten Drogenhändler waren, glauben ihre Kollegen und Vorgesetzten an einen Bandenkrieg im Drogenmilieu und wollen den Fall schnell zu den Akten legen. Calladine zweifelt an dieser Theorie. Er kennt die Szene in- und auswendig und ahnt, dass da kein Bandenkrieg im Gange ist sondern ein irrer Killer sein Unwesen treibt. Sein Gefühl wird für ihn zu Gewissheit als der Killer Kontakt zu einer Journalistin aufnimmt.

Die Morde geschehen in einer heruntergekommenen Siedlung in der ein Drogenboss das Sagen hat. Calladine und Bayliss tappen völlig im Dunkeln, auch weil niemand mit der Polizei sprechen will.
Erst als ein weiterer Mann verschwindet und seine Freundin bereit ist auszusagen, kommen die beiden Polizisten der Lösung nah.

Durrant beschreibt den sozialen Brennpunkt und die damit verbundene Trostlosigkeit der Siedlung eingehend. Auch die Ermittler vermitteln nicht gerade den Eindruck zufriedener, glücklicher Menschen. Das macht das Lesen eher zu einer schwermütigen Angelegenheit.
Zum Schluss kommt meiner Meinung etwas zu viel für Calldine zusammen, aber das liegt sicher daran, dass die Grundsteine für die Fortsetzungen gelegt werden. Die Motive des Täters kann man zwar nachvollziehen aber warum das Ganze erst nach so langer Zeit geschieht, bleibt unkommentiert.
Ein viel versprechender Anfang,  der leider hinter den Erwartungen zurück bleibt. Blasse Ermittler,  welche ein bisschen dümmlich rüber kommen. Das Thema der Geschichte ist auch nicht neu und wartet auch nicht mit Überraschungen auf